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Diakonie Katastrophenhilfe
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Soforthilfe nach Tsunami

Foto: Diakonie Katastrophenhilfe/ Christof Püschner

Foto: Diakonie Katastrophenhilfe/ Christof Püschner

Die Flutwellen waren am Freitag, den 28. September 2018, von einem Erdbeben der Stärke 7,4 auf der Richterskala ausgelöst worden. Knapp 80 Kilometer von Palu, der Hauptstadt der Provinz Zentralsulawesi, entfernt lag das Epizentrum.

Nach mehreren starken Erdbeben brachen hohe Wellen über die Ufer-promenade der Küstenstadt Palu. Zahlreiche Häuser wurden weggeris-sen, Straßen innerhalb von Sekunden überschwemmt. Die Erdbeben haben das Phänomen der Bodenverflüssigung ausgelöst. Dabei wird der Untergrund so weich, dass Häuser und ganze Straßenzüge darin versinken. Vielerorts konnten Rettungsmannschaften nicht mit schweren Geräten arbeiten, Tote nicht geborgen werden. Die Rettungsarbeiten durch die Regierung wurden inzwischen eingestellt, viele hundert Menschen gelten noch als vermisst. Dazu gab es fast 300 Nachbeben seit dem Tsunami. Aus Angst, verschüttet zu werden, übernachten viele Menschen im Freien.

Noch immer sind viele Straßen unpassierbar und Stromleitungen gekappt. Den Menschen fehlt es an allem: medizinische Versorgung, De-cken und Planen, Hygieneartikel, Nahrungsmittel, Trinkwasser. Auch psychosoziale Betreuung wird dringend benötigt.


Die indonesische Regierung hat die internationale Staatengemeinschaft um Hilfe gebeten. „Indonesien wurde erneut von einer immensen Naturkatastrophe heimgesucht. Schon wieder hat ein Tsunami unvorstellbares Leid für tausende Familien gebracht“, sagt Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe. „Wir dürfen die Menschen in dieser schweren Stunde nicht alleine lassen.“

So hilft die Diakonie Katastrophenhilfe

Die Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, Yakkum Emergency Unit (YEU) ist mit medizinischen Teams vor Ort. Ein Team besteht aus Ärzten, einer Hebamme, einem psychosozialen Helfer und Freiwilligen. „Die Teams haben uns berichtet, dass alle Märkte zerstört sind und es dringenden Bedarf nach öffentlichen Küchen gibt. Die Men-schen wissen nicht, was und wo sie essen sollen.“ Sofort nach Ankunft der Teams wurden erste Hilfspakete verteilt und Verletzte versorgt.

200.000 Euro wurden für Soforthilfemaßnahmen bereitgestellt, die jetzt zusammen mit dem kirchlichen Hilfsnetzwerk ACT Alliance umgesetzt werden. Neben medizinischer Versorgung sind Verteilungen von Nahrungsmitteln und anderer dringender Hilfsgüter geplant.

Der Bedarf ist groß: Tausende Menschen mussten ihr Zuhause verlassen oder haben keines mehr. Auch die Herausforderungen für unsere Partner sind groß: Viele Straßen sind nicht befahrbar, vielerorts ist der Strom ausgefallen.

„Wir befürchten, dass die Zahl der Todesopfer noch deutlich höher ist“, sagt Caroline Hüglin von der Diakonie Katastrophenhilfe. „Denn die Gebiete außerhalb der Städte sind schwer zu erreichen, Hilfe kommt oft nur mit Hubschraubern an.“ Über 82.000 Menschen halten sich in Notunterkünften auf – viele von ihnen haben alles verloren.

Erst im Juli hatten mehrere Beben auf der Insel Lombok mehr als 500 Menschen getötet - die Diakonie Katastrophenhilfe leistete Nothilfe.

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